Agogische/pädagogische Konzepte

Die personzentrierte Assistenz basiert in Provinzenz auf den Konzepten der „Entwicklungsfreundlichen Beziehung nach Senckel/Luxen®“, einem mehrdimensionalen Konzept zur Persönlichkeitsförderung, und dem konzeptionellen Modell der „Fördernden Prozesspflege nach Krohwinkel“, einem ganzheitlich orientierten Pflegemodell. Beide Konzepte beruhen unter anderem auf dem wachstumsorientierten Menschenbild der humanistischen Psychologie.

Die entwicklungsfreundliche Beziehung nach Senckel/Luxen® (abgekürzt EfB®) ist ein ressourcenorientiertes Konzept zur Gestaltung des Alltags im Bereich des Wohnens sowie der tagesstrukturierenden Angebote und findet zusätzlich Anwendung im therapeutischen Kontext. Die EfB® verhilft zur Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit, indem sie Kompetenzen weckt, nutzt und fördert. Ihr wichtigster Wirkfaktor ist die Beziehung, die sich am sozio-emotionalen Bedürfnisniveau des Gegenübers orientiert. Die Grundlage für ein heilsames und förderliches Beziehungsangebot bildet die Haltung der Bezugsperson, welche durch nichts voraussetzende Annahme, Wertschätzung, Empathie und Kongruenz gekennzeichnet ist. Auf dieser Basis wird der Mensch grundsätzlich angenommen und es wird möglich, sich in die Welt seiner Bedeutungen und seines Erlebens einzufühlen. Das entwicklungsfreundliche Beziehungsangebot bewirkt eine Harmonisierung und Reifung der gesamten Persönlichkeit, hilft dem Menschen Ängste zu überwinden und Entwicklungsblockaden aufzulösen. Der Mensch kann sich im Rahmen des „entwicklungsfreundlichen Systems“ öffnen, neue Erfahrungen sammeln und seine Ressourcen für seine Entwicklung nutzen.

Das bedeutet für die personzentrierte Assistenz:

  • Die Erhebung des differenzierten Entwicklungsstandes hinsichtlich der relevanten Persönlichkeitsbereiche sowie deren Wechselwirkungen untereinander, basierend auf einer entwicklungspsychologisch fundierten Vorgehensweise (insbesondere Denken, Sprache, Lebenspraxis, Motorik und Sozio-Emotionalität).
  • Das Beziehungsangebot, die spezielle Förderung und die lebenspraktische Anforderung, orientieren sich in Folge an den individuellen Ressourcen, Kompetenzen, Bedürfnissen und Wünschen des Menschen.
  • Die Kommunikation wird an das individuelle Entwicklungsniveau (Sprache und Denken) angepasst, unterstützt durch die Anwendung dem Bedarf entsprechenden Methoden und Kommunikationshilfen.
  • Die Förderung sowie der Grad der Selbstbestimmung orientieren sich an den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen des Menschen.
  • Das langfristige Ziel ist, die Autonomie in sozialer Gebundenheit anzubahnen und zu stärken. Selbstbestimmung und Selbständigkeit sowie der Aufbau sozialer Kompetenzen und emotionaler Bindung sind gleichrangige Ziele.

Die EfB® ist in Institutionen der Behindertenhilfe in Deutschland, Österreich und der Schweiz als agogisch/pädagogisches Konzept integriert. Provinzenz ist in dieser Hinsicht Netzwerkpartner und steht im regelmäßigen Austausch mit den Begründerinnen des Konzeptes.

Kontaktperson:
Gertraud Heigl, MBA
Multiplikatorin für EfB®

Telefon: 06415 / 7210-118
Fax: 06415 / 7210-109
Mail:

Monika Hirscher
Multiplikatorin für EfB®
Personzentrierte Psychotherapeutin i.A. u. Supervision

Telefon: 06415 / 7210-260
Fax: 06415 / 7210-109
Mail:

Vertiefende Informationen zum Konzept der EfB® unter:
http://www.efbe-online.de
http://www.sedip.de